Dieses ist eine temporäre Webseite. Sie dient der Ankündigung von Seminaren, die von Alexander Sandy Kaltenborn im Sommersemester 2026 und Wintersemester 2026/27 an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln angeboten werden. (Transformationsdesign > exmedia).
Ergänzend zum offiziellen Vorlesungsverzeichnis der KHM finden sich hier zu den einzelnen Seminaren weiterführende Informationen, darunter Links, Literaturhinweise sowie ggf. weitere relevante Ressourcen.
Darüber hinaus besteht über das Terminbuchungstool auf der Kontaktseite die Möglichkeit, Termine mit mir zu vereinbaren.
Die Webseite wird ab & zu angepasst. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird wahrscheinlich am 31. März 2027 offline genommen ...
Transformationsdesign ist Teil eines erweiterten Gestaltungsverständnisses, das Design nicht als (rein) formgebende Disziplin begreift, sondern als aktive Mitgestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse. Es steht exemplarisch für eine breitere Entwicklung innerhalb des Designs, in der Gestaltung zunehmend in Interdependenz zu sozialen, politischen und ökologischen Konflikten neu verhandelt wird.
Während aktuell soziale, ökologische und ökonomische Krisen ineinandergreifen und autoritäre Kräfte an gesellschaftlichem Raum gewinnen, kann Design nicht mehr als neutrale oder autonom-formale Gestaltungspraxis verstanden werden – auch wenn der universalistische Gestus des Designs dies, ausgehend von den westlichen Industrienationen, lange behauptete. Design als (marktförmige und machtunkritische) Disziplin ist mehr Problem als Lösung. Eine kritische Designpraxis begreift sich vor diesem Hintergrund als Teil gesellschaftlicher Aushandlungen – situiert, sozial, konflikthaft, parteilich und machtkritisch.
Transformationsdesign zielt nicht auf die Herstellung fertiger Lösungen, sondern auf prozessorientierte Praktiken innerhalb offener, oft widersprüchlicher Kontexte. Im Fokus steht das Gestalten von Bedingungen, Beziehungen und Möglichkeitsräumen in den unterschiedlichsten medialen Formaten und Distributionskontexten – mit dem Anspruch, demokratische Aushandlungsprozesse, gemeinsames Handeln und Zukünfte unter realen, konfliktbeladenen Bedingungen mitzugestalten. Gleichzeitig fordert es eine kritische Auseinandersetzung mit den strukturellen Rahmenbedingungen, in die solche Praktiken eingebettet sind, und mit den ökonomischen, politischen und kulturellen Kräften – die Gestaltungsmöglichkeiten begrenzen oder öffnen.
Diese kleine Website wurde inklusive aller Funktionen und eines kompletten WordPress-Themes (= populäres CMS) mit KI (via vibe coding) umgesetzt. Der (auch gestalterische) Prozess der Umsetzung von den Designs in Code wurde hier von KI „übernommen“. Mein Programmierer musste anschließend „nur noch“ alles prüfen und feinjustieren – das bedeutet, rund 80 % seiner ursprünglichen Arbeit wurden hier durch KI ersetzt. Das erinnert an den etwas älteren Film Humans Need Not Apply und daran, dass Design und andere kulturelle Produktion immer auch Lohnarbeit sind – und nun nochmals stärker denselben Rationalisierungslogiken unterliegen wie industrielle Arbeit zuvor.
Alexander Sandy (Paul Omar Abdullah) Kaltenborn ist Kommunikationsdesigner und Gestalter. Er ist das Ergebnis einer afghanisch-deutschen Liebe, wuchs im Mittleren Osten (Saudi-Arabien und Oman) auf und lebte vor der Dotcom-Welle in San Francisco. Heute lebt er mit zwei Katzen in Berlin-Kreuzberg.
Kaltenborn studierte Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und war im Anschluss Stipendiat der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Seit 1999 betreibt er das Designbüro image-shift / visuelle kommunikation und andere missverständnisse, welches an den Schnittstellen von Design, Kunst, Kultur, Politik, sozialen Bewegungen und urbanen Räumen operiert.
Kaltenborn war Mitbegründer der stadtentwicklungspolitischen Mieterinitiative Kotti & Co (Berlin). Die Initiative setzte sich für eine Reform des sozialen Wohnungsbaus, die Re-Kommunalisierung privatisierter Wohnungsbestände und eine stärkere demokratische Teilhabe in der Stadtpolitik ein.
Er war Mitglied in zahlreichen zivilgesellschaftlichen, migrationspolitischen sowie künstlerisch-gestalterischen Initiativen und Kollektiven, darunter Kanak Attak, AK Kraak und Collective Distribution. Kaltenborn unterrichtete an zahlreichen nationalen und internationalen Kunsthochschulen, zuletzt als Gastprofessor an der Burg Giebichenstein / Halle (WS23/WS24) und als Visiting Artist der SFU in Vancouver / Canada (SS25). Sandy Kaltenborn backt seit neustem gerne Brot und ist Betreiber eines Balkonkraftwerkes mit süd-west Ausrichtung.